PayPal – negative Meldungen überschlagen sich – droht der große Boykott?

Manchmal muss man sich wirklich wundern, wie es Unternehmen schaffen in so kurzer Zeit so viel negative Aufmerksamkeit zu erzeugen. In den letzen zwei Tagen lief soviel negatives über das Online Bezahlsystem PayPal durch meine Twitter, Facebook und Google+ Streams, dass ich das ganze einmal in einem kleinen Artikel zusammenfassen möchte.

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Hackerguppen rufen zum Boykott auf

Die Hackerguppen Anonymous und Lulz Security haben gestern zum Boykott von PayPal aufgerufen. Auslöser für diesen Aufruf waren unter anderem die hohen Haft- und Geldstrafen, die einigen Festgenommenen Mitgliedern drohen. Auch die Schließung der Konten und das weitere Zurückhalten von Spendengeldern für Wikileaks wird als Grund genannt.

Laut ersten Berichten sind diesem Aufruf bereits über 20.000 Nutzer in den ersten 24 Stunden nachgekommen. Auch an der Börse scheint dieser Boykott gehört zu werden, denn der Aktienkurs der eBay Aktie gab gestern um über 3 Prozent nach und auch heute startet die Aktie mit negativen Vorzeichen.

Deutsche Händler bereiten Klage gegen PayPal vor – Kuba Embargo

Seit 1962 haben die USA ein Embargo gegen Kuba verhängt. Der Handel mit Waren aus und nach Kuba ist in den USA verboten. Aufgrund dieses Embargos hat PayPal nun vor wenigen Tagen von mehreren Deutschen Internethändlern verlangt sämtliche Waren aus Kuba (Rum, Tabak, Aschenbecher…) aus dem Sortiment zu entfernen und die PayPal-Konten bis dahin gesperrt.

Einige Händler haben PayPal daraufhin als Bezahloption entfernt und prüfen nun eine Klage gegen PayPal.

Kunden wird Mac OS X Lion Kauf 122 mal abgebucht

Am 23. Juli hat ein Kunde in den USA eine Lizenz für das neue Betriebsystem Mac OS X Lion im Apple App Store gekauft und den Preis von 31,79 Dollar per PayPal gezahlt. Nicht schlecht gestaut hat der Kunde kurze Zeit später, denn seinem Konto wurde die Summe 122 mal belastet.

PayPal hat den Fehler zwar eingesehen (Apple und PayPal schieben sich allerdings die Schuld gegenseitig zu) aber sein Geld hat der Kunde noch nicht wieder. Denn ein Status „erstattet“ bedeutet bei PayPal noch nicht, dass man das Geld sofort bekommt. Dies dauert in der Regel wohl knapp eine Woche. Fragt euch mal selbst, wie eure Finanzsituation aussieht, wenn mal ebbend knapp 2800 Euro vom Konto fehlen…

Fazit

PayPal hat es in den letzten Tagen geschafft in einem ziemlich schlechten Licht dazustehen. Offizielle Stellungnahmen von PayPal gibt es wohl noch nicht. Wie seht ihr das ganze? Habt ihr vor bei dem Boykott mitzumachen?

Zum Nachlesen

Wenn ihr euch ein wenig mehr mit dem Thema beschäftigen wollt habe ich hier einmal ein paar Links für euch:

2 Kommentare

  1. … Konzerne in einer Monopolstellung sind bzw. zu groß werden!

    Nun, ich find ja sowieso schon, dass Paypal einfach seine Marktmacht ausnutzt.
    Man kommt als einfacher Endverbracuher aber oftmals kaum drum herum.
    Die eBay-Auktionen sind nur abgesichert, wenn man deren Paypal nutzt; bei vielen Online Händler ist es eine „relativ“ sichere Option, um nicht beschissen zu werden, und, und, und.

    Und sobald halt ein Konzern so eine Marktmacht hat, kann er ja bekanntlich amchen was er will – ob Online oder OFfline Business: Die Lobbyisten (viel Geld) kontrollieren die Welt.

    Gibts Alternativen zu Paypal?
    Vielleicht. Ich warte gespannt, was aus den Ankündigungen von Moneybookers wird…

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