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HP TochPad – Erste Eindrücke – Mein iPad Nachfolger?

Am Dienstag war ich bei einer sehr netten Schulung und konnte mir den ganzen Tag das HP TouchPad angucken, ausprobieren und rumspielen. Meine ersten Eindrücke zum HP TochPad möchte ich euch nicht vorenthalten. Und soviel vorweg, ich war sehr positiv überrascht.

HP TochPad 1

Die Hardware

  • 9,7″ IPS Display
  • 1.2 GHz Dual-Core CPU (Qualcomm Snapdragon APQ8060)
  • 1 GB RAM (warum das interessant ist unten mehr)
  • 16 GB oder 32 GB Speicherplatz
  • Stereo Lautsprecher
  • 1,3 MegaPixel Front Kamera
  • Wi-Fi 802.11 a/b/g/n

WebOS

Ich möchte hier nicht alles durchkauen, was eh schon 1000 mal im Web steht, ich werde im Folgenden einfach die Punkte ansprechen, die das HP TochPad und WebOS so besonders machen. Was geht besser als bei den Mitbewerbern, bzw. was ist anders und was hat mich am meisten begeistern können…

Multitasking

Fangen wir doch einfach gleich einmal mit dem Punkt an, der mich am meisten überzeugt hat – das Multitasking. WebOS basiert auf einem Linux Kernel und ist von Anfang an auf Multitasking ausgelegt – und das merkt man! Wenn einzelne Anwendungen geöffnet werden, werden diese als Karten dargestellt. Diese Karten könnt ihr in Stapel sortieren hin und her schieben etc. Das besondere ist, das die Anwendungen eben weiterlaufen können. Wenn im Browser ein Video Buffert, dann könnt ihr erstmal woanders weitermachen und kehrt in die Karte zurück wenn das Video fertig ist. Ihr habt eine super Übersicht über alle laufenden Anwendungen und könnt schnell und einfach zwischen diesen Hin- und Her wechseln.

Hier kommen dann auch die 1 GB RAM zum tragen. Es ist scheinbar egal wie viele Anwendungen gleichzeitig offen sind. Bei ca. 30 Karten konnte ich zumindest keinen Performance unterschied merken und es gehen wohl wesentlich mehr…

Dies ist für mich einfach einer der großen Vorteile im Vergleich zu meinem iPad. Hier habe ich zwar auch die Möglichkeit laufende Anwendungen einzufrieren und diese wieder zu öffnen. Doch die Bedieunung ist komplizierter und wenn der Speicher voll ist wird die Anwendung beim iPad trotdem geschlossen und wird neu geladen. Ich weiß nie ob die Anwendungen die mir nach einem Doppel-Tipp auf den Homebutton angezeigt werden auch wirklich laufen, bzw. was dort gerade passiert.

Hier merkt man den Unterschied der beiden Systeme sehr stark. Man merkt das WebOS auf Multitasking ausgelegt ist, das dies von Anfang an eines der Hauptthemen in der Entwicklung war, während es beim iOS erst nachträglich implementiert wurde.

Just Type – Einfach los schreiben

Ebenfalls sehr interessant war die Just Type Funktion. Man kann erst Handeln und dann nachdenken 🙂 Für mich perfekt. Ich kann einfach einen beliebigen Text oben in die Just Type Leiste eingeben und danach entscheiden was ich mit diesem Text machen möchte.

Will ich diesen per Email verschicken, als Memo speichern, einen Kalender Eintrag erstellen, bei Facebook oder Twitter posten, bei Google suchen oder was auch immer.

Ich muss nicht erst die eMail App öffnen, dann den Empfänger eingeben, dann den Betreff und habe dann vielleicht schon die hälfte vergessen. Einfach los schreiben und dann überlegen was ich damit vor habe. Toll….

Genauso kann ich dort oben natürlich auch einen Namen eingeben und bekomme alle Kontakte und Termine zu dieser Person angezeigt etc. Ist also auch ähnlich wie zum Beispiel die Spotlight Suche am Mac.

Integration der Sozialen Kontakte

Ebenfalls sehr gut wurde die Integration der Sozialen Netzwerke gelöst. Ihr benötigt keinen Client für Facebook, Twitter usw. sondern bekommt die Nachrichten automatisch in einer zentralen Übersicht. Genauso ist es auch bei den Fotos. Ihr bekommt in der Foto App nicht nur eure lokalen Fotos angezeigt, sondern könnt auch Alben aus Facebook etc abonnieren. Hinterlässt dort jemand ein Kommentar wird es euch direkt in der Foto App angezeigt und ihr müsst nicht erst die Facebook Seite aufrufen.

Generell ist das ganze WebOS (man hört es am Namen) sehr auf Cloud-Anwendungen ausgelegt.

HP Tochpad2

Keine künstlichen Kastrationen – kein Käfig

Das WebOS 3 System ist offen!!! Ihr müsst keine Apps aus dem HP App Katalog installieren. Die Programmierer können Anwendungen für WebOS entwickeln und diese entweder über den App Katalog vertreiben oder aber auch direkt im Netz irgendwo zum Download anbieten. Es gibt hier also niemanden der euch vorschreibt, welche Apps ihr nutzen dürft und welche nicht.

Der Browser meldet sich nicht als mobile Variante und es gibt keine Limitierungen. Ihr könnt FLASH VIDEOS abspielen und auch Nachrichtenseiten mit nackten Bilden auf Seite 1? oder 3? aufrufen, ohne eine spezielle App zu installieren. Dies ist auch ein Grund, warum vielleicht gar nicht so viele Apps nötig sind. Versucht mal mit einem iPad ein Ticket bei der Bahn oder Lufthansa zu buchen. Geht nicht weil Flash = Ihr braucht eine App. Das geht mit dem TochPad einfach über die normale Seite.

Das TochPad wird außerdem als normales Speichermedium am PC erkannt wenn es per USB angeschlossen wird. Ihr könnt also einfach von jedem PC an die Bilder, Musik, Filme etc. kommen und müsst keine Software installieren.

Support

Auch sehr nett ist der so genannte 90-tätige Butler Service. Hier bekommt ihr innerhalb der ersten 90 Tage nach dem Kauf einen kostenlosen Telefonsupport. Es gibt eine Telefonnummer mit deutscher Vorwahl und ihr landet bei einem Callcenter in Deutschland. Hat ja heute leider auch nicht mehr jeder…

Schwächen – Kritikpunkte

Auch wenn es oben fast so klingt, nicht alles ist perfekt. Man merkt noch, das das Betriebssystem in dieser Version relativ neu ist, bzw. das es das erste WebOS für ein Tablet ist. Die Bedienung wirkt teilweise ein klein wenig ruckelig. Im großen und Ganzen ist die Bedienung sehr flüssig, doch hin und wieder stockt es ein wenig. Hier wirkt das iPad teilweise ein wenig flüssiger.

Auf vielen Seiten habe ich als Kritik gelesen, dass das starten der Anwendungen relativ lange dauert (ca. 5 Sekunden je nach Anwendung). Das stimmt. Diese Beobachtung habe ich auch gemacht, hier ist das iPad schneller. Doch mich stört dies nicht. Denn wenn die Anwendungen einmal offen sind, muss ich diese ja nicht unbedingt wieder schließen. Die Email App, den Kalender etc. lasse ich ja in der Regel eh immer offen und ich kann super schnell hin und her wechseln. Das die Apps ein wenig langsamer starten stört also höchstens wenn man das Tablet mal neu startet oder so. Man muss sich vielleicht wieder ans echte Multitasking gewöhnen, welches man bei anderen Tablets verlernt hat 🙂

Wenig Apps: Ich denke jedes Tablet muss sich mit den aktuellen Messen und im Bereich der Apps sieht es noch nicht soo gut aus. Aktuell gibt es etwas mehr als 300 Apps die für das TouchPad optimiert sind. Das ist natürlich wesentlich weniger als es im Moment für das iPad gibt, sind aber auch wesentlich mehr als es beim iPad Start gab. Hier muss man also abwarten wohin die Reise geht.

Eins noch: Die Rückseite…. Das einzige was mich an dem HP TochPad so richtig stört ist die Klavierlack Rückseite. Muss sowas bei einem Gerät sein, das man die ganze Zeit in der Hand hält? Es gibt ein Putztuch dazu, schön… aber ehrlich. Das hätte nicht sein müssen…

Fazit

Man hat es vielleicht beim schreiben gemerkt. Ich bin von dem HP TochPad ziemlich angetan. Das Konzept und die Bedienung von WebOS haben mich vollkommen überzeugen können. WebOS ist als Mobiles Betriebssystem (meiner Meinung nach) allen anderen klar überlegen. Das es hier und da ein wenig hackelig wirkt schiebe ich jetzt einfach mal auf den frühen Status. Es wurde bereits von Todd Bradley ein OTA Update für die nächsten Tage angekündigt um die ersten Fehler auszubügeln.

Ich freue mich sehr auf den eigentlichen Marktstart am 17. Juli und sehe die WebOS Tablets als die Konkurrenz zum iOS. Besonders dann wenn die Gerüchte stimmen und das OS auch später an andere Hersteller lizensiert wird.

Sollte nach dem Start nicht alles schief gehen und HP nicht alles falsch machen, kann ich mir sehr gut vorstellen das das HP TochPad mein iPad1 in Rente schickt…

Ich hoffe der Text war nicht zu trocken, leider habe ich kein Gerät um das geschriebene mit Bildern und Videos zu hinterlegen, aber ich werde mal versuchen in kürze irgendwo ein Testgerät zu bekommen… Ich hoffe der Artikel hat euch gefallen, habt ihr schonmal ein HP TochPad in der Hand gehabt? Wie ist eure Meinung?

4 Comments

  1. Hallo Timo,

    danke für den erhellenden Artikel! Was mir allerdings wirklich fehlt ist der Vergleich zu aktuellen Android Tablets, die dem iPad ja heute schon um einiges voraus sind – wie wäre es mit einem Vergleich (nur als Anregung): iPad 2 – HP TouchPad – Samsung Galaxy Tab 8.9?

    Gruß
    Dennis

    1. Fällt mir im Moment schwer.
      Bis jetzt habe ich ein iPad der ersten Generation, daher kann ich hier leicht vergleichen.
      Bei den aktuellen Android Tablets hatte ich bis jetzt nur das Acer Iconia mal länger in der Hand…
      Dies finde ich von den Android Tablets im Moment am interessantesten.

      Ich versuche gerade ein Testgerät von jedem OS zu bekommen um hier mal einen fairen Vergleich ziehen zu können. Wenn ich welche bekomme, gibt es hier demnächt einen Verlgeich mit Bild und Video 🙂

  2. Das hört sich wirklich sehr interessant an. Was ich in hinsicht auf die Entwickler gut finde ist das was du auch angesprochen hast und zwar das sie nicht eingeschränkt sind. Das hat zwar auch seine Nachteile in sachen Sicherheit, bietet aber natürlich auch Vorteile…

  3. Mal schauen, dass iPad 3 steht an und man wird sehen, wo es dem HP den Wind aus den Segeln nehmen kann. Entscheidend wird hier neben dem Preis, verfügbaren Aps dann wohl auch der Zeitpunkt sein, wann die Geräte auf den Markt kommen.

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